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Warum Fahrerassistenzsysteme aktiviert bleiben sollten

15. Aug. 2026

Eine aktuelle GDV-Studie zeigt, dass Fahrerassistenzsysteme einen spürbaren Einfluss auf das Schadenaufkommen haben: Fahrzeuge mit entsprechender Ausstattung weisen deutlich geringere Schadenhäufigkeiten auf.

GDV: Fahrerassistenzsysteme im Reality-Check

In einer aktuelle Studie hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) untersucht, wie sich Fahrerassistenzsysteme auf das tatsächliche Schadenaufkommen in der Kfz-Versicherung auswirken. Dafür wurden Versicherungsdaten mit Informationen zur Fahrzeugausstattung verknüpft und ausgewertet. Das Ergebnis: Fahrerassistenzsysteme können Schäden messbar reduzieren. Besonders deutlich zeigt sich der Effekt bei Fahrzeugen, die mit mehreren Assistenzsystemen ausgestattet sind.

Die vier wichtigsten Erkenntnisse der GDV-Studie:

  • Notbremsassistenten zeigen den größten Effekt: Fahrzeuge mit Notbremsassistent verursachen rund zehn Prozent weniger Kfz-Haftpflichtschäden als vergleichbare Fahrzeuge ohne dieses System.
  • Auch andere Assistenzsysteme reduzieren Schäden: Bei automatischer Distanzregelung (ACC), Spurwechsel- und Spurhalteassistenten sowie Parkassistenzsystemen sinkt die Schadenhäufigkeit jeweils um rund fünf Prozent.
  • Die Kombination mehrerer Systeme wirkt besonders stark: Sind Notbremsassistent, automatische Distanzregelung, Spurwechselassistent und Parkassistent gemeinsam im Fahrzeug vorhanden, reduziert sich die Schadenhäufigkeit um bis zu 26 Prozent.
  • Weniger Unfälle, komplexere Reparaturen: Fahrerassistenzsysteme reduzieren die Zahl der Unfälle. Gleichzeitig machen zusätzliche Sensoren und Kameras moderne Fahrzeuge komplexer, sodass Reparaturen im Schadenfall häufig aufwendiger und teurer werden.

Seit Juli: Elf Assistenzsysteme für Neuwagen europaweit Pflicht

Die Europäische Union baut die Sicherheitsstandards für Neuwagen konsequent aus: Bereits seit Juli 2024 dürfen nur noch neue Fahrzeuge zugelassen werden, die mit einer Reihe verpflichtender Fahrerassistenzsysteme ausgestattet sind. Dazu gehören unter anderem Notbremsassistent, Spurhalteassistent, Geschwindigkeitsassistent und Müdigkeitswarner. Seit dem 7. Juli 2026 wurden die Vorgaben um zwei weitere Sicherheitsfunktionen ergänzt: Ein Ablenkungs-Warnsystem sowie ein erweiterter Kopfaufschlagschutz an der Fahrzeugfront.

Unterschätzte Helfer im Straßenverkehr

Trotz des nachgewiesenen Nutzens werden viele Assistenzsysteme von Fahrzeughaltern teilweise oder sofern möglich dauerhaft deaktiviert; Warnhinweise, Lenkeingriffe oder Bremseingriffe werden häufig als ungewohnt empfunden. Nutzen Sie das Thema beim nächsten Fahrzeugwechsel ihrer Kunden. Die Botschaft: Wer die Assistenten aktiv lässt, kann sein Unfallrisiko senken.

Gut zu wissen: Technikneutraler Schutz für Kfz

Kommt in der Beratung die Frage auf, wer bei einem Ausfall von z.B. Assistenzsystemen haftet? Hier sorgt die Kfz-Versicherung für Klarheit, denn sie ist technikneutral. Das bedeutet: Der Versicherungsschutz greift immer nach denselben Bedingungen – unabhängig davon, ob der Fahrer selbst lenkt oder das Fahrzeug assistiert, automatisiert oder autonom unterwegs ist. Der Schutz umfasst menschliche Fahrfehler ebenso wie moderne technologische Risiken.